verbandspolitische Möglichkeiten

Richtlinien, Satzungen & Co.

Eine Möglichkeit der Umsetzung von bestimmten Arbeitsweisen im Verband ist deren Verankerung in den Satzungen, Grundsatzpapieren, Richtlinien & Co. In solchen Prozessen ist es wichtig, viele Akteur-inn-e-n miteinzubeziehen und von dem Vorhaben zu überzeugen. Denn es ist niemandem damit gedient, lange aufreibende Diskussionen gegen große Widerstände zu führen und am Ende mit Frustrationen statt Ergebnissen dazustehen. Daher ist Fingerspitzengefühl gefragt, was zu deinem Verband passt und sinnvoll ist.
Um zu verhindern, dass bei solchen Richtlinien-Diskussionen nur ehrenwerte Absichten auf Papier niedergeschrieben werden, die aber niemanden in der Praxis interessieren, empfiehlt es sich konkrete Ziele und Aktivitäten zu vereinbaren und diese in die Verbandspraxis zu integrieren. Einige exemplarische Beispiele für ökologische Richtlinien sind die folgenden:

Fahrtkostenerstattung

Über die Fahrtkostenerstattung für Teilnehmer-innen an Veranstaltungen und Gremiensitzungen können ökologische Akzente gesetzt werden. Zum Beispiel könnt ihr beschließen, in der Regel nur die Kosten für öffentlichen Nahverkehr und Züge zu übernehmen. Allerdings tut der Verband gut daran, die äußeren Rahmenbedingungen zu berücksichtigen und Ausnahmen zu ermöglichen. Begründete Ausnahmen könnten z.B. der Transport von Material sein, die schlechte Erreichbarkeit des Zielorts oder unzumutbar längere Fahrzeiten. Schließlich soll das Engagement des Einzelnen nicht an den Finanzen oder unzumutbaren Bedingungen scheitern.

Verpflegung

Auch beim Thema Verpflegung kann eine Richtlinie festlegen, bestimmte Ausgaben nicht anzuerkennen oder Mindestkriterien zu definieren. Bei solchen Maßnahmen ist es sehr wichtig, dass sie im Verband anerkannt sind und von der Basis mitgetragen, also für gut befunden werden. Beispiele für solche Richtlinien sind die Lebensmittel-Richtlinie von JANUN zur Finanzierung von tierischen Produkten oder die Charta zur Umsetzung einer nachhaltigen Ernährung auf Veranstaltungen des Bundes der Pfadfinderinnen und Pfadfinden (BdP). Du findest sie unter „Projekte”.

Ökostrom

Ein weiteres Beispiel für die Umsetzung von Beschlüssen ist das Thema Ökostrom: die Mitgliedsverbände des Landesjugendrings Niedersachsen e.V. verabschiedeten auf ihrer Vollversammlung 2003 den Beschluss, den Energiewandel selbst aktiv vorantreiben zu wollen und in ihren Einrichtungen auf Ökostrom umsteigen – viele haben dies bereits umgesetzt. Frag bei deinem Verband nach, ob Ökostrom genutzt wird! Ergänzend zu solchen Beschlüssen helfen Materialien wie Flyer, die die Argumente und konkrete Handlungsschritte beschreiben, diesen Prozess zu begleiten.


Klima als Ausbildungsinhalt verankern

Eine weitere Möglichkeit ist, das Thema klimafreundliche Jugendarbeit in zentralen Qualifizierungskursen wie der Juleica-Ausbildung zu verankern. Damit wird sichergestellt, dass sich alle neuen Jugendgruppenleiter-innen mit dem Thema Klima beschäftigen und in der Folge das Thema auf ihren Freizeiten und Seminaren einen größeren Stellenwert bekommt.


Wettbewerb ökologische Aktionen ausrufen

Eine andere Möglichkeit, das Thema im Verband unterzubringen und Gruppen vor Ort zu aktivieren, ist beispielsweise einen Wettbewerb auszurufen. Das was du dazu beitragen musst ist eine coole Ausschreibung, entsprechende Logistik, Kriterien für die Bewertung, der als Orientierung für die Teilnehmer-innen dient und einen interessanten Preis. Wichtig ist auch, dass er zu deinem Verband passt und die Mitglieder ihn spannend finden. Hilfreich ist, vor dem Ausrufen des Wettbewerbs bei möglichst vielen Gruppen dafür zu werben und möglicherweise deren Einwände zu berücksichtigen. 
Ein guter Wettbewerb macht Spaß und stärkt das Verbandsgefühl! Wenn ihr dann noch etwas Öffentlichkeitsarbeit macht, springt zusätzlich noch ein Imagegewinn für euren Verband und die Gewinnergruppen vor Ort raus.


Wie kannst du das Thema in der (Verbands-)Öffentlichkeit stärker machen?


Ihr habt eine eigene Verbandszeitung oder Homepage ‫ super! Sicher sind diejenigen, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig sind immer froh über Artikel von Veranstaltungen, die ihr  unter ökologischen Gesichtspunkten angeboten habt oder auch für praktische Tipps an Mitglieder, die sie veröffentlichen können. Falls du es dir selbst nicht zutraust, ganze Artikel zu schreiben, kannst du dich auch zum Interview anbieten. So wird das Thema direkt mit einer Person verbunden ‫ das ist oft viel interessanter als einen guten, aber abstrakten Text zu lesen.
Gute Beiträge könnt ihr außer in euren eigenen Publikationen auch in anderen Zeitungen etc. veröffentlichen. Z.B. berichtet die Korres (das ist die Zeitung des Landesjugendrings Niedersachsen) regelmäßig über Aktivitäten aus den Jugendverbänden. Das fördert nicht nur die Wahrnehmung des Themas Umwelt und Klimaschutz, sondern auch das Image eures Verbandes.
Und schließlich kannst du das Thema auch methodisch in die Verbandsarbeit einbringen.