Klimawandel und globale Erwärmung

Natürlich hat sich das Klima auch früher schon öfter geändert. Die Wechsel von Warm- zu Eiszeiten oder umgekehrt sind Beispiele für sehr gravierende klimatische Veränderungen. Gegenüber den Eiszeiten liegt die globale Durchschnittstemperatur heute um 4-6°C höher. Solche natürlich auftretenden klimatischen Veränderungen vollzogen sich allerdings über mehrere tausend Jahre oder noch längere Zeiträume.
Der derzeitige Klimawandel vollzieht sich jedoch sehr viel schneller. Allein im letzten Jahrhundert hat sich die globale Temperatur um 0,7 °C erhöht. Ein Großteil dieser Erwärmung vollzog sich während der letzten dreißig Jahre des 20. Jahrhunderts. Das Jahrzehnt von 2000 bis 2009 war mit Abstand das wärmste je gemessene, gefolgt von den 1990er Jahren, die wiederum wärmer waren als die 1980er Jahre. Bis zum Jahr 2100 wird ‫ je nachdem, wie sich der Treibhausgasausstoß entwickelt eine Erwärmung von 1,1 bis 6,4 °C erwartet. Und der Klimawandel wird auch bei einer Begrenzung der Treibhausgasemissionen noch weit über das Jahr 2100 anhalten, weil die Gase viele Jahre brauchen, um in der Atmosphäre anzukommen und um abgebaut zu werden. Die Geschwindigkeit des Klimawandels ist deshalb problematisch, weil sich viele Tier- und Pflanzenarten (und auch die Menschen) nicht so schnell an die neuen Bedingungen anpassen können.


Folgen der globalen Erwärmung

Die Folgen der globalen Erwärmung sind zahlreiche, den Menschen und seine Umwelt betreffende weltweite Veränderungen. Dazu gehören steigende Meeresspiegel, schmelzende Gletscher, Verschiebung von Klimazonen, Vegetationszonen und Lebensräumen, verändertes Auftreten von Niederschlägen, stärkere oder häufigere Wetterextreme wie Überschwemmungen und Dürren, Ausbreitung von Parasiten und tropischen Krankheiten sowie mehr Umweltflüchtlinge. Massenmedien sprechen in diesem Zusammenhang verschiedentlich von einer »Klimakatastrophe«.
Einige Folgen sind bereits jetzt spürbar, andere werden erst in der Zukunft erwartet. So werden bei einer mittleren Erwärmung von 2 °C bis zum Jahr 2050 etwa 24% aller Pflanzen- und Tierarten aussterben. Schon heute gibt es 50 Millionen Umweltflüchtlinge. Bis zum Jahr 2050 wird diese Zahl aufgrund des Klimawandels auf ca. 200 Millionen ansteigen.
Brisant am menschengemachten Klimawandel ist, dass ihn in erster Linie die Industrieländer zu verantworten haben, die seit Beginn der Industrialisierung Treibhausgase in die Atmosphäre pusten. Die negativen Folgen treffen jedoch in erster Linie die Länder des globalen Südens, welche mit den Ursachen wenig zu tun haben. Erschwerend kommt hinzu, dass gerade diese Länder sich die teuren Anpassungsstrategien wie Dämme gegen Hochwasser oder angepasste Nutzpflanzen im Gegensatz zu den Industrieländern nicht leisten können.
Weil sich mittlerweile die große Mehrheit der Klimaexpert-inn-en über den Klimawandel und die Folgen der globalen Erwärmung einig ist, kommt die Politik nicht mehr darum herum, sich mit dem Problem zu befassen. Dies geschieht unter anderem auf internationaler Ebene auf den Weltklimakonferenzen.